
IIHF WM 2026: Deutschland beherrscht und schlägt Ungarn deutlich – Gawanke mit Hattrick
In der Swiss Life Arena in Zürich trafen die Teams von Deutschland gegen Ungarn in einem richtungsweisenden Match aufeinander.
Die DEB-Auswahl ergatterte zwar den ersten Punkt bei dieser WM, doch zufrieden konnte man nach dem couragierten Auftreten nicht mit dem Endergebnis sein. Rein rechnerisch hatte man zwar immer noch die Minimalchance auf das Erreichen des Viertelfinales, doch nun mussten die restlichen Begegnungen allesamt nach regulärer Spielzeit gewonnen werden. Leider musste Daniel Fischbuch wegen einer Handverletzung die Heimreise antreten und Alexander Karachun wurde nachnominiert, der noch auf seinen Einsatz warten musste.
Gegner Ungarn verbuchte nach dem Sieg gegen Großbritannien bereits drei Zähler auf dem Habenkonto. Die letzten vier Spiele gegen Deutschland wurden alle verloren, teilweise sehr deutlich. Ungarn wartete mit einem klaren Sieg gegen Großbritannien auf und zeichnete sich durch großgewachsene Spieler aus.
Erik Mik lässt Deutschland jubeln, Gawanke mit Powerplaytreffer
Für die DEB-Auswahl galt es heute, ein Statement zu setzen und die Ungarn von Anfang an unter Druck zu setzen, was auch gelang mit einer ersten Chance für Dove McFalls. Langsam kamen auch die Ungarn in die Partie und Deutschland musste immer auf der Hut sein. Es gab dann ein erstes Powerplay für die deutsche Mannschaft, eine große Baustelle, die nach schneller Optimierung rief. Doch die erste Minute verpuffte erneut und auch dieses Überzahlspiel endete ohne einen Treffer. Nun lag die Statistik schon bei Null aus elf Möglichkeiten.
Nichtsdestotrotz ging Deutschland dann bei fünf gegen fünf in Führung in Person von Erik Mik, auch weil im Slot dem Goalie die Sicht verhindert wurde. Dies tat der deutschen Auswahl und das nächste Powerplay stand auf der Agenda getreu dem Motto ‚neue Chance neues Glück‘: wann würden die special teams endlich klicken? Und tatsächlich klappte es und der Powerplay Fluch war besiegt durch das erste Tor von Leon Gawanke 25 Sekunden vor der Drittelsirene. Das war psychologisch ein wertvoller Zeitpunkt.
Krämmer: „Es fühlt sich ziemlich gut an, wir hatten bisher eine gute Kontrolle über das Spiel. Der Powerplaytreffer tat uns gut. Wir müssen dem Torwart die Sicht nehmen, dann schießen wir noch ein paar Tore.“
Deutschland klar spielbestimmend mit zwei späten Treffern
Deutschland legte auch im Mittelabschnitt wieder furios los, um auf den dritten Treffer zu zielen. Die DEB-Auswahl übte mächtig Druck auf die Ungarn aus und zeigte tolle Spielzüge, die leider nicht von Erfolg gekrönt waren. Es gab Chancen im Fließband, doch der ungarische Goalie hielt bravourös und verhinderte den nächsten Einschlag. Bisher gab es zwei Verteidigertore, mit neun zu zwei Torschüssen agierte Deutschland dominant. Der dritte Treffer lag förmlich in der Luft, doch die Ungarn blockten auch leidenschaftlich viele Schüsse. Ungarn konnte mit der hohen Geschwindigkeit der Deutschen nicht mithalten. 22 zu 4 Torschüsse sprach Bände bisher.
Auch vor dem Hintergrund des morgigen Derbys gegen Österreich wäre eine frühe Vorentscheidung dieser Begegnung bedeutsam und hilfreich, um mit den Kräften hauszuhalten für die schwere emotionale Partie gegen die Alpenrepublik. 40 Sekunden vor der Sirene markierte Lukas Reichel den nächsten Treffer und 10 Sekunden vor dem Drittelende netzte Samuel Dove McFalls zu seinem Premierentor ein. Welch ein furioses Finish! So tankte man viel Selbstbewusstsein!
Ehl: „Wir wollten unser Spiel durchziehen und üben viel Druck auf den Gegner aus. Es fängt mit der schnellen Transition von Mo (Seider) an.“
Leon Gawanke mit Hattrick
Das deutsche Team wollte genauso weiteragieren und nicht vom Gas gehen. Es dauerte auch nicht lange, bis es zum fünften Mal im Kasten von Bence Balis klingelte: Leon Gawanke schnürte seinen Doppelpack nach feiner Passstafette von Kastner und Loibl. Bisher war die Effizienz von 16% bemerkenswert, eine deutliche Leistungssteigerung zum bisherigen Turnierverlauf! Es wurde nichts mit dem Shutout für Philipp Grubauer, den auch die Ungarn kamen zu ihrem ersten Treffer. In der 45. Spielminute freute sich Tamas Sarpatki über sein Tor.
Und Ungarn war nun on Fire, denn nur fünf Minuten später jubelte ihr Youngster Doman Szongoth scheinbar über seinen Treffer, der allerdings wegen Torhüterbehinderung nicht zählte. Und fast im Gegenteil zelebrierte die deutsche Mannschaft ihren Treffer zum halben Dutzend durch Leon Gawanke, der nun seinen Hattrick eintütete. Dies war der erste Dreier für einen deutschen Verteidiger in der Historie. Die DEB-Auswahl hielt seine Offensivpower weiter aufrecht und Josh Samanski verbuchte zwei hochkarätige Möglichkeiten direkt hintereinander.
Dann gab es den zweiten ungarischen Treffer, scheinbar: nun wurde ein zweites Mal die Challenge seitens der deutschen Bank gefordert wegen Abseits, doch dieses Mal wurde auf Good Goal entschieden mit der Konsequenz einer kleinen Bankstrafe zum Schluss. Als bester Spieler des Tages verdiente sich Leon Gawanke die Ehrung.
Dove-McFalls: „Es war ein verdienter Sieg, wir waren über 60 Minuten die bessere Mannschaft. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Leistung. Zweikampf und Bullys waren sehr stark. Wir hatten eine mega Präsenz vor dem Tor.“
Kreis: „Mit unserem Forechecking kamen die Ungarn kaum aus ihrer Zone heraus. Wir hatten die Partie gut unter Kontrolle. Wir setzten unserem Game Plan gut um. Es freut mich über Leon Gawanke besonders. Die drei Punkte sind wichtig, dieses Gefühl nehmen wir für morgen mit. Es wird morgen ein ganz anderes umkämpftes Spiel werden.“
WM 20.05.2026
Deutschland – Ungarn 6:2 (2:0|2:0|2:2)
Tore:
1:0 |09.| Erik Mik (Kastner, Wiederer)
2:0 |20.| Leon Gawanke (Michaelis, Loibl) PP1
3:0 |40.| Lukas Reichel (Tiffels, Samanski)
4:0 |40.| Samuel Dove-McFalls (Michaelis, Ehl)
5:0 |42.| Leon Gawanke (Kastner, Loibl)
5:1 |45.| Tamas Sarpatki (Nagy, Garat)
6:1 |50.| Leon Gawanke (Wissmann, Michaelis)
6:2 |58.| Janos Hari (Nemes, Kiss)
Haupt-Schiedsrichter: Bloyer (USA) / McFarlane (USA)
Bericht von: Hermann Graßl | Foto: City-Press GmbH
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