
Sieg in Spiel zwei: Bremerhaven im Viertelfinale
Alles andere als ein blutleerer Auftritt war das für die Ice Tigers beim ersten Spiel der Pre-Playoffs im hohen Norden bei den Fischtown Pinguins. Jedoch selbst wenn das Tor der Bremerhavener leer gewesen wäre am vergangen Dienstag hätten die Franken keinen Treffer erzielt, nicht mal einen glücklichen. Dass die Mannschaft von Alexander Sulzer brutal effizient ist, durften die Tiger bereits am 51. Spieltag erfahren (4:6 Endstand) und genauso machten es die Pinguine im ersten Playoff-Aufeinandertreffen. Die Nürnberger machten vier gravierende Fehler und Bremerhaven nutzte diese eiskalt aus. Im Heimspiel sollte das für die Tiger anders aussehen.
Mit Hinblick auf die personelle Situation änderte sich nur bei den Gastgebern etwas – nach einem ,,blindside-hit” von Alex Friesen wurde Nürnbergs Youngster Jakob Weber nicht rechtzeitig fit, für ihn rückte Justus Böttner ins Aufgebot von Mitch O´Keefe.
Bremerhaven zieht ins Viertelfinale ein – Gudlevskis überragt!
Lupfer gibt es doch nur im Fußball?
Man merkte den Franken deutlich an – an ein Saisonende denkt man in Nürnberg noch lange nicht. Es wirkte als hätten die Tiger noch einmal an Körperlichkeit zugelegt. Die Pinguine taten es Spiel eins gleich und warteten geduldig auf ihre Momente in der offensiven Zone. Bis zum ersten Powerbreak sahen die Zuschauer in der PSD Bank Nürnberg Arena eine ausgeglichene Partie mit guten Gelegenheiten auf beiden Seiten, aber sie sahen auch gut aufgelegte Torhüter mit Niklas Treutle und Kristers Gudlevskis.
Mit dem ersten Powerplay des Spiels setzten die Pinguine den ersten Stich: Nach einer starken Kombination bugsierte Christian Wejse das Spielgerät per Direktschuss perfekt unter die Latte zur Führung für die Gäste aus dem hohen Norden (12.). Eine Antwort hätten die Ice Tigers eine Minute später beinahe geben können. Nach einem starken Pass von Hauptrunden Top-Scorer Evan Barratt schaffte es Tyler Spezia mit einem platzierten Schuss dennoch nicht Kristers Gudlevskis zu überwinden (13.).
Wenig spektakulär sah der Pinguin-Goalie beim Ausgleich der Nürnberger aus: Ice Tigers Kapitän Marcus Weber lupfte die Scheibe im hohen Bogen in Richtung Gudlevskis, vor ihm sprang die Scheibe einmal auf und rutschte ihm tatsächlich durch Arme und Beine (15.). Würde man Marcus Weber danach fragen, ob das so gewollt war, würde er wahrscheinlich mit ,,ja” antworten. Kurz vor Drittelende machte C.J Smith den Fehler seines Torhüters vergessen und verwertete ein Rebound vor Niklas Treutle zur erneuten Führung (17.).
Eins, Zwei, Boom!
Mit dem ersten Torschuss in Drittel zwei bauten die Gäste die Führung aus: Von der blauen Linie zog Phillip Bruggisser einmal bis unter das Hallendach auf und versenkte den Puck im Winkel (22.). Die Ice Tigers machten wieder gravierende Fehler in der Defensive und brachten sich um ihren harterkämpften Lohn in der Offensive. Nürnberg versuchte in der Folge wieder ihr angriffslustiges Eishockey zu Spielen und kamen zu guten Chancen, obgleich spielte man eher Mauer-Schießen mit Kristers Gudlevskis, der das Tor der Gäste nach seinem Fehler vernagelte.
Das Ergebnis hätte nach zwei Lattentreffern der Nordstädter deutlich höher aussehen können nach dem zweiten Drittel. Mit einem 1:3 waren die Hausherren noch gut bedient und hielten die Hoffnung auf einen Ausgleich weiter am Leben.
do or die
Es brauchte ein großes Aufbäumen der Ice Tigers im letzten Abschnitt, wenn die Spielzeit nicht frühzeitig zu Ende gehen sollte. Der Anschlusstreffer blieb den Ice Tigers in der 47. Minute nur um Millimeter verwehrt. Tyler Spezia tauchte frei vor dem Tor der Gäste auf und tuschierte mit einem Rückhandschuss die Latte. Auch in Überzahl wollte das ,,verdammte Ding” nicht den Weg über die Linie finden, trotz bester Chancen verteidigte Bremerhaven clever und nahm die Nachschüsse beinahe vollzählig weg.
In der nächsten Überzahl passierte es dann aber: Nach einem wuchtigen Direktschuss von Owen Headrick nutze Samuel Dove-McFalls den Abpraller und drückte die Scheibe über die Linie. Nur wenige Sekunden vor dem Ende hatte wieder Dove-McFalls den Ausgleich auf dem Schläger, sein Abschluss von der linken Seite verfehlte nur knapp sein Ziel. Mit einem Mann mehr versuchten es die Ice Tigers nochmal um doch noch das 3:3 zu erzielen. Es wollte aber nicht mehr gelingen.
Wie auch in Spiel eins war die Effektivität der Pinguine der entscheidende Faktor – drei gute Chancen, drei Treffer. Nürnberg hingegen kämpfte, vor allem im letzten Abschnitt. Nur musste man sich immer wieder Kristers Gudlevskis im Tor der Gäste geschlagen geben, der Lette war auch in Spiel zwi der entscheidende Faktor. Für Bremerhaven geht es nun im Viertelfinale gegen die Adler Mannheim, Nürnberg darf bereits die Koffer für die Sommerpause packen.
Nürnberg Ice Tigers – Fischtown Pinguins Bremerhaven 2:3
Tore:
0:1|12.|Christian Wejse (C.J Smith, Andy Miele)
1:1|15.|Marcus Weber (Sinan Akdag, Charlie Gerard)
1:2|17.|C.J Smith (Maxim Rausch)
1:3|22.|Phillip Bruggisser (Aktio Hirose)
2:3|55.|Samuel Dove-McFalls (Owen Headrick, Evan Barratt)
Zuschauer:7444
Bericht von: Luca Schindler | Foto: Birgit Eiblmaier
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