
Overtime-Drama in Wolfsburg: Karachun schießt die Wild Wings in die nächste Runde
Was für ein Krimi in der Autostadt. Nach dem fulminanten Heimsieg am Freitag mussten die Schwenninger Wild Wings im entscheidenden Pre-Playoff-Spiel bei den Grizzlys Wolfsburg erneut alles abrufen – und lieferten. Vor 3.562 Zuschauern, darunter zahlreiche lautstarke Schwenninger Fans, die die Partie gefühlt in ein Heimspiel verwandelten, entwickelte sich ein intensives Do-or-Die-Duell, das erst in der Overtime entschieden wurde. Matchwinner: Alexander Karachun.
Taktisches Abtasten und starke Torhüter
Die Partie begann mit angezogener Handbremse – vor allem aus Sicht der Gäste. Wolfsburg versuchte, früh Druck aufzubauen, während Schwenningen zunächst auf defensive Stabilität bedacht war. Das Spiel war geprägt von Struktur, Zweikampfhärte und wenigen klaren Abschlüssen. Gleich zu Beginn wurde es für die Gäste gefährlich, als Alexander Karachun auf die Strafbank wanderte.
Wolfsburg zeigte sich insgesamt engagiert und nahm viele Schüsse. Wenn es gefährlich wurde, waren aber die Torhüter zur Stelle. Joacim Eriksson zeigte einmal mehr seine Klasse und hielt die Wild Wings mit wichtigen Paraden im Spiel. Auf der Gegenseite ließ auch Dustin Strahlmeier nichts zu. DIe Hausherren verstanden es gut, die neutrale Zone zu besetzen. So ging es folgerichtig torlos in die erste Pause – ein Drittel, das mehr von Taktik als von Offensivspektakel lebte.
Schwenningen dreht auf und schlägt eiskalt zu
Mit Beginn des Mittelabschnitts kamen die Wild Wings wie ausgewechselt aus der Kabine – aggressiver, zielstrebiger und deutlich präsenter in der Offensivzone. Plötzlich war da Tempo im Spiel der Gäste, und Wolfsburg bekam zunehmend Probleme.
Der Lohn folgte prompt: Innerhalb kurzer Zeit schlug Schwenningen doppelt zu und stellte die Partie auf 2:0. Zunächst traf Ben Marshall vom Bully weg zur Führung. Alexander Karachun stand gut zwei Minuten später goldrichtig und schob einen Abpraller in Überzahl in das Wolfsburger Tor. Die Effizienz, die im ersten Drittel noch fehlte, war nun voll da. Wolfsburg wirkte kurzzeitig geschockt, während die Wild Wings die Kontrolle übernahmen und das Spielgeschehen bestimmten.
Mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken gingen die Gäste selbstbewusst in die zweite Pause – nur noch 20 Minuten trennten sie vom Einzug in die nächste Runde.
Wolfsburg kommt zurück
Wolfsburg warf im Schlussdrittel alles nach vorne und erhöhte den Druck spürbar. Schwenningen verteidigte lange leidenschaftlich, ohne dabei die Offensive zu vernachlässigen. In der 44. Spielminute brachte Matt White die Grizzlys dann aber zum ersten Mal auf die Anzeigetafel. Sein Schuss in Überzahl schlug genau in den Winkel ein. Der Anschlusstreffer brachte die Grizzlys zurück ins Spiel und sichtlich Auftrieb.
Die Partie wurde hitziger, offener – ein echter Playoff-Fight. Die Wild Wings hatten ihre Chancen zur Entscheidung, Tyson Spink verpasste jedoch das mögliche dritte Tor. Und so kam es, wie es im Eishockey oft kommt: Kurz vor dem Ende schlug Wolfsburg erneut zu und stellte auf 2:2. Erneut war es Matt White, der vor dem Schwenninger Gehäuse sträflich allein gelassen wurde.
Karachun setzt den entscheidenden Stich
Die Verlängerung war kaum fünf Minuten alt, da fiel die Entscheidung. Nachdem Alexander Karachun an der Bande stark den Puck behauptete fand dieser den Weg zu Thomas Larkin. Sein Schuss von der blauen Linie konnte Dustin Strahlmeier zwar noch abwehren, den Abpraller verwertete Karachun dann aber zum vielumjubelten Siegtor.
Bericht von: BM | Foto: citypress
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