
Interviews zum Vorbereitungsturnier in Landshut: Uwe Krupp, Thomas Popiesch, Moritz Müller, Tim Fleischer
Eishockey-online.com führte in Person von Hermann Graßl mehrere Interviews mit vier Akteuren der beteiligten Mannschaften beim Vorbereitungsturnier in Landshut.
Es handelt sich dabei um Tim Fleischer, Moritz Müller sowie den Headcoach von Krefeld, Thomas Popiesch und dem Trainer des EVL, Uwe Krupp.
Headcoach Uwe Krupp vom EV Landshut – Zusammenfassung des Gesprächs
Headcoach Uwe Krupp hat sich sehr gefreut, dass so ein hochkarätig besetztes Vorbereitungsturnier in Landshut stattfinden konnte. Man habe sich im Vorfeld Gedanken gemacht über eine Art Round Robin Runde mit Top Teams wie Köln, Krefeld und Oslo. Für die Fans war es toll, da man vor einem Jahr nur auswärts gespielt habe in der Vorbereitung. Hr. Krupp fand es eine gute Bestandsaufnahme, es wurden viele Dinge richtig gemacht und einige Aspekte können rückwirkend in einer Analyse gut bewertet werden. Der Fokus in den Wochen zuvor lag auf anderen Schwerpunkten, aber man habe diese Komponenten gut umgesetzt.
Insgesamt zeigte sich Hr. Krupp sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft an diesem Wochenende. Es waren schwere Spiele mit hohem Tempo und es gab viele Dinge zum Beobachten. Natürlich ragte der unerwartete Erfolg gegen Köln dabei heraus; das seien „Einhörner“, wenn man als DEL2 Club gegen eine DEL-Mannschaft in der Vorbereitung gewinnt. Bei fünf gegen fünf habe sein Team sehr gut gespielt. Bei den Special Teams gebe es in den nächsten vier Wochen noch Verbesserungsbedarf, zumal man gegen Oslo gleich vier Powerplay Treffer kassiert habe.
Die Mannschaft habe während der letzten Saison einen guten Eindruck gemacht, das Potenzial sei definitiv da, nur fehlte es im Laufe der Spielzeit etwas am langen Atem. Deswegen müsse man die richtigen Veränderungen vornehmen. Trevor Gooch sei ein sehr wertvoller Spieler, der seine Qualität in der Offensive hat, doch wir brauchen auch Spieler, die nach hinten arbeiten. Gerade die Defensive gewinnt aber am Ende die Spiele.
Seine Prognose für die bevorstehende Heim WM fällt wie folgt aus: es sei aus seiner Sicht zum jetzigen Zeitpunkt schwierig aus, zu sagen, wohin die Reise geht. Hier vergeht noch viel Zeit, doch die WM ist eine perfekte Plattform, Eishockey in den Fokus zu bringen und den Fans die Sportart näher zu bringen.
Hr. Krupp werde auch wieder bei Pro Sieben als Co-Moderator fungieren, um seine reichhaltige Expertise in die Spielanalysen mit einfließen zu lassen.
Das Originalinterview mit Uwe Krupp findet ihr ganz am Ende dieses Artikels.
Headcoach Thomas Popiesch von den Krefeld PInguine – Zusammenfassung des Gesprächs
Dem Headcoach der Krefeld Pinguine merkte man die Vorfreude auf die neue Saison richtig an. Man habe eine tolle Saison in der DEL2 gespielt und die Meisterschaft sei eine große Sache für Krefeld, auch wenn man noch etwas bangen musste wegen der Finanzen. Er wolle es nicht kleinreden, dass man aus Sicht der Organisation bereit sei, ins Oberhaus zurückzukehren.
Thomas Popiesch freut sich nicht nur auf die Derby Klassiker gegen die Kölner Haie sondern auf alle Matches in der Liga. Alle Teams haben sich gut verstärkt und man werde wohl erst zur Deutschland Cup Phase etwas genauer wissen, wo die Mannschaft steht. Seine Pinguine hätten sich gut verstärkt und schlagkräftig aufgestellt, insbesondere die Top Verpflichtung des Kanadiers Stuart Percy hat für Furore gesorgt. Stuart werde eine Führungsrolle in der Defensive spielen. Aufgrund der fehlenden Kadertiefe könne man aber nicht über mehrere Wochen den Ausfall von mehreren Schlüsselspielern verkraften. Das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Club aus Bremerhaven wird sicher ganz besonders sein; er habe stets guten Kontakt zu seinen ehemaligen Weggefährten wie Alex Sulzer und den Akteuren auf und neben dem Eis. Auch mit seinem damaligen Sportdirektor Alfred Prey stehe er weiterhin in Kontakt und schätzt ihn sehr als Mensch.
Seine Prognose für die Krefeld Pinguine in der PENNY DEL geht dahin, dass man primär seine Hausaufgaben machen müsse, dass die Mannschaft zusammenwächst und Stabilität gewinnt. Dann müsse man schauen, was alles möglich sein wird. Für ein abschließendes Bild müsse man erst alle Gegner richtig einschätzen. Es gebe viele neue talentierte Spieler mit hoher Qualität in der Liga. Auf dem Papier habe er ein gutes Gefühl, man müsse aber erst auf dem Eis sehen, wie alles funktioniert und ob man verletzungsfrei bleiben würde. Der Fokus müsse mehr auf der Defensive liegen, bei der Arbeit ohne Scheibe.
Den Cup bewertet Thomas Popiesch als gute intensive Vorbereitung mit den back to back Spielen. Darüber hinaus habe man aber auch das nahegelegene Fest mit den Spielern genossen zur Teambildung.
Originalinterview mit Thomas Popiesch findet ihr ganz am Ende dieses Artikels.
Moritz Müller von den Kölner Haien – Zusammenfassung des Gesprächs:
Für Moritz Müller war, nachdem er bei Olympia im Einsatz war, während der letzten WM klar, dass er noch eine weitere Saison dranhängt bei seinen Kölner Haien. Er fühlt sich als stolzer Kapitän der Mannschaft noch fit und gesund und hat Spaß am Eishockey. Es könnte aber durchaus seine Abschiedstour werden, wobei er sich aber nicht endgültig festnageln lassen möchte.
Sein Hunger auf den lang ersehnten Meistertitel ist noch nicht gestillt. Es gab zwar einen Umbruch im Team mit neuem Trainer und neuen Spielern, die integriert werden müssen, um das neue System zu verinnerlichen. Moritz Müller hat Ambitionen für die bevorstehende Heim WM; er hat bis dato nie seine Rückkehr aus der Nationalmannschaft bekanntgegeben und hält sich die Tür für dieses Turnier offen.
Dieses Vorbereitungsturnier bewertete Mo Müller als guten Test. Man hatte eine harte Trainingswoche hinter sich, aber man dürfe dieses Wochenende auch nicht zu hoch bewerten. Das Match gegen den DEL2 Club aus Landshut war nicht gut, aber man wolle daraus seine Lehren ziehen und die richtigen Analysen ableiten aus dem wertvollen Material.
Das Originalinterview mit Moritz Müller findet ihr ganz am Ende dieses Artikels.
Tim Fleischer von den Kölner Haien – Zusammenfassung des Gesprächs:
Für Tim Fleischer fühlte es sich richtig an, seinen Wechsel von den Straubing Tigers zu den Kölner Haien zu vollziehen. Seiner Ansicht nach ist dies der logische nächste Karriereschritt bei einem Verein voller Tradition und sehr guter Arbeit in den letzten Jahren. Tim Fleischer sprach von einer sehr erfolgreichen und zufriedenstellenden Zeit in Niederbayern, wo er mit den jungen Wilden gut harmonierte.
Seine Rolle bei den Kölner Haien muss noch definiert werden, man sei noch in der Findungsphase. Tim Fleischer möchte neben dem Meistertitel vor allem der Mannschaft helfen und hier seine Qualitäten optimal einsetzen. Er denkt, er sei ein guter zwei Wege Stürmer, der sowohl bei Unterzahl als auch im Powerplay gut zur Entfaltung komme.
Die Berufung in die Nationalmannschaft ist für ihn weiterhin von zentraler Bedeutung, nachdem er schon mehrfach in der Vorbereitung zum Zug kam. Hierzu bietet sich natürlich die bevorstehende Heim WM in Düsseldorf und Mannheim 2027 an.
Originalinterviews:
Fleischer Interview
Krupp Interview
Mo Müller Interview
Popiech Interview
Bericht und Interviews von: Hermann Graßl | Foto: Citypress
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