Eishockey Wunder zum Jahresende blieb aus – Deutsche U20 unterliegt Kanada – Abstiegskrimi am Donnerstag

1.Januar 2024International, U20

Nach der bitteren Pleite und dem Sieg der Finnen am mittag, galt es für das deutsche Team das Unmögliche wahr zu machen. Einen Punkt gegen den Topfavoriten aus Kanada galt es zu ereichen. Kanada spielte bisher kein gutes Turnier und hatte bis dato “nur” 8 Punkte auf der Haben Seite. Die Schweiz hatte gegen Tschechien nichts mehr zu verlieren. Das Viertelfinale wurde bereits erreicht.

Tore, Checks und Spieldauer

Elf Sekunden waren gespielt, da gab es schon den ersten Aufreger des Spiels, aber nicht etwa ein Tor, sondern es war ein Check von Conor Geeke, der die Gemüter erhitzte. Zurecht kassierte er dafür fünf plus Spieldauer auf Grund des Treffers gegen den Kopf. Der im gesamten Turnier starke Julian Lutz bestrafte diese folgerichtig in Überzahl mit einem satten Handgelenkschuss ins lange Eck. Doch die Qualität der Kanadier zeigte sich direkt beim anschließenden fünf gegen fünf.

Top Talent Macklin Celebrini zog an der blauen Linie in vollem Lauf nach innen und zog ansatzlos mit einem satten Handgelenkschuss ab, der den Weg ins Tor fand. Zwar bekam das deutsche Team in den folgenden Minuten immer wieder Torschüsse, doch der Druck der Kanadier war immens, so dass Matthias Bittner immer wieder gefordert war. Bitter kassierte dennoch der zweite Gegentreffer, in Überzahl bekam Luca Hauf den Schläger ins Gesicht. Die Schiedsrichter übersahen diese Aktion, so dass Kanada kurzzeitig ein fünf auf drei spielen konnte. Brayden Yager vollendete die Passstaffete ins Tor. Der Druck hielt über das gesamte erste Drittel an und Trainer Tobias Abstreiter dürfte froh gewesen sein, dass es nur 2:1 für Kanada stand.

Kechter und viel Kampf

Mit einem Paukenschlag meldete sich das deutsche Team zurück ins Spiel. Roman Kechter vollendete im Powerplay vom Bullykreis aus. Wieder war Bicker, wie schon beim ersten Treffer, direkt vor dem gegnerischen Torwart postiert. Die Begegnung wurde hart geführt von beiden Seiten. Immer wieder wackelte die Bande. Das deutsche Team war spielerisch klar unterlegen, zeigte aber in jedem Zweikampf immensen Willen.

Gegen Mitte des Drittels verflachte die Partie etwas. Kanada war zwar immer noch das spielbestimmende Team, aber lange nicht mehr so drückend überlegen wie noch im ersten Drittel. Gegen Ende des Drittels nahm der der Druck noch einmal zu. Mit vereinten Kräften schaffte es das deutsche Team mit einem Unentschieden in die zweite Pause.

Kein Wunder von Göteborg

Nach 100 Sekunden im Schlussdrittel schien der Traum vom Viertelfinale ausgeträumt. Rehkopf kam mit viel Tempo ins Drittel, wartete lange und bediente von der Torlinie aus den mitgelaufenen Beck, der zum 3:2 vollendete. Kurz darauf bekam die deutsche Mannschaft eine vier Minütige Überzahl zogesprochen. Einige Pucks fanden dabei den Weg aufs Tor, doch der kanadische Torwart Mathis Rousseau war stets der Fels in der Brandung, bis mit einem mehr oder verzweifelten Schlenzer von Julius Sumpf der Puck im Tor einschlug. Zu erwähnen war wieder Kevin Bicker, der dem Torhüter zum dritten Mal die Sicht nahm. Die Führung hielt jedoch nur 60 Sekunden. Diese Mal schlug Kanada in Überzahl zu.

Zunächst zeigte Bittner eine Weltklasse Parade. Der Puck sprang allerdings direkt auf den Schläger von Jordan Dumas, der den Puck ohne Probleme ins Tor einnetzte. Super Talent Macklin Celebrini entschied vier Minuten vor dem Ende das Match. Bittner kam aus dem Tor heraus und versuchte einen Puck zu erreichen, doch Macklin Celebrini erreichte diesen knapp vorher und schoss aus sehr spitzen Winkel den Puck ins leere Tor. Ein weiterer Empty Net Treffer durch Easton Cowan fiel noch kurz vor dem Ende zum 6:3 Sieg der kanadischen U20 Auswahl.Bittere Niederlage der deutschen U20, die das Spiel lange offen halten konnte und bis tief ins dittel Drittel hinein die Chance aufs Viertelfinale hatte. Natürlich wog nun das schlechte Spiel am Vortag gegen Lettland noch mehr. Gegen die drei Top Nationen zeigte das Abstreiter Team eine hervorragende Leistung, mit dem Sieg gegen Finnland als Highlight. Dennoch gilt es nun gegen Norwegen am Donnerstag alles in die Waagschale zu werfen, um den Abstieg zu verhindern.

Deutschland – Kanada 6:3 (2:1;0:1;4:1)Tore:0:1 |3.| Julian Lutz (Sinn)1:1 |7.| Macklin Celebrini (Nelson, Bonk)2:1 |15.| Brayden Yager (Danielson, Minten)2:2 |22.| Roman Kechter (Weber, Lutz)3:2 |42.| Owen Beck (Rehkopf)3:3 |48.| Julius Sumpf (Rollinger, Weber)4:3 |49.| Jordan Dumas (Poitras, Rehkopf)5:3 |57.| Macklin Celebrini (Yager, Bonk)6:3 |58.| Easton Cowan (Allard, Mateychuk)Zuschauer:
7.327

Schweiz scheitert knapp an Tschechien

Die Schweizer Nationalmannschaft zeigte gegen Tschechien eine ansprechende Leistung. Bis zur Hälfte des ersten Drittels hielten die Eisgenossen gut mit, auch wenn die Tschechen ein Chancenplus verzeichneten. Immer wieder wehrte Alessio Beglieri erfolgreich ab. In der zwölften Minute musste mit Gregory Weber der erste Schweizer auf die Strafbank. Das Powerplay nutzten die Tschechen aus. Matyas Sapovaliv verwertete den Abpraller bei Beglieri.

Bei Spielhälfte erhöhten die Tschechen auf 2:0. Torschütze war Robin Sapousek, der das Tic-Tac-Toe-Spiel vollendete. Die Schweizer gaben sich aber keinesfalls geschlagen und zeigten eine starke Reaktion. Innert fünf Minuten gelang ihnen der Ausgleich. Zuerst überraschte Simon Meier Torhüter Michael Hrabal mit einem seitlich abgegeben Schuss an den Schoner, den Hrabal passieren ließ. Noch vor der Pause umkurvte Gregory Weber das gegnerische Tor nach einem Schuss, der an der hinteren Bande landete. Er zog an der anderen Seite vorbei und legte quer für Julien Rod auf, der den Puck direkt im Tor unterbrachte. Ein sehr schön herausgespielter Treffer. Nach 40 Minuten verzeichneten die Schweizer erst neun Torschüsse, wovon zwei im Tor landeten. Tschechien machte mit 26 Torschüssen zu wenig aus ihren Chancen.

In der 53. Minute nutzte Jiri Kulich ein Stellungsfehler der Schweizer gnadenlos aus und stellte die Führung für den Favoriten wieder her. Keine drei Minuten gab Timo Jenni den Puck an der Bande in der eigenen Zone leichtfertig her. Die Tschechen fackelten nicht lange und trafen zum Endstand von 4:2 durch Tomas Hamara. Somit behielt die Schweiz den vierten Platz der Gruppe B und trifft im Viertelfinale am Dienstag auf Schweden, den Gastgeber und Sieger der Gruppe A.

Tschechien – Schweiz 4:2 (1:0 | 1:2 | 2:0)Tore:1:0 |13.| Matyas Sapovaliv (Melovsky, Hamara) PP12:0 |31.| Robin Sapousek (Becher, Kulich)2:1 |35.| Simon Meier (Dionicio, Terraneo)2:2 |40.| Julien Rod (Weber, Dionicio)3:2 |53.| Jiri Kulich (Galvas, Melovsky)4:2 |56.| Tomas Hamara (Becher)Zuschauer:
1.592

Bericht von: M_H / Roman Badertscher | Foto: Imago images

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